Logo

Studien

Aktuelle Projekte, Register und Klinische Studien der Cooperativen OsteoSarkomstudiengruppe

I. Register

I.I COSS-Register
Das COSS-Register ist ein Klinisches Register für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Osteosarkomen und Knochentumoren. Das COSS-Register beinhaltet keine Vorgaben an Diagnostik oder Therapie. Hier sei auf die Abschnitte II.I und II.II verwiesen.

I.II SAREZ
SAREZ steht für SArkom REZidivregister. In diesem Projekt, Teil des BMBF geförderten Translational Sarcoma Research Network (TranSaRNet), erfassen die Cooperativen Ewing-, Weichteil- und Osteosarkomgruppen der GPOH gemeinsam mit der Interdisziplinären Arbeitsgruppe für Weichteilsarkome IAWS prospektiv Patienten mit rezidivierten Knochen- und Weichteilsarkomen.
Koordinator dieses Projekts ist Prof. T.H. Hartmann (Bielefeld).

I.III EURELOS
EURELOS ist ein gemeinsames Projekt von COSS, der Italian Sarcoma Group (ISG) und der Scandinavian Sarcoma Group (SSG), deren gemeinsames Ziel es ist, prospektiv Daten zu Osteosarkomrückfällen zu sammeln und daraus Erkenntnisse zu gewinnen. Koordiniert wird dieses Projekt von der COSS-Gruppe.

 

II. Klinische Studien

II.I EURAMOS-1
EURAMOS-1 ist eine von vier der weltweit führenden multizentrischen Osteosarkomgruppen (COG, COSS, EOI, SSG) gemeinsam durchgeführte Studie. Hauptziel der Zusammenarbeit ist die Optimierung der Therapie bei Patienten mit Osteosarkomen.
EURAMOS-1 ist offen für alle Patienten mit operablen Osteosarkomen der Extremitäten oder des Körperstamms, ob lokalisiert oder primär metastatisch, bei denen keine Kontraindikation gegen die geplante neoadjuvante Chemotherapie vorliegt. Das Behandlungskonzept berücksichtigt die hohe prognostische Aussagekraft des Tumoransprechens auf die präoperative Chemotherapie und stratifiziert die postoperative Chemotherapie dementsprechend. Alle registrierten Patienten erhalten initial eine Standard-Induktionstherapie mit drei Medikamenten, die präoperativ aus zwei Zyklen Cisplatin/Doxorubicin und vier Zyklen Methotrexat besteht (MAP). Nach ausreichender Erholung von den Nebenwirkungen dieser Therapie erfolgt die Operation des Primärtumors. Die Zusammenstellung der postoperativen Therapie hängt vom histologischen Ansprechen des Tumors ab. Bei Patienten mit gutem Tumoransprechen (<10% vitaler Resttumor) wird zwischen einer Therapiefortsetzung mit MAP und einer Therapiefortsetzung mit MAP plus Erhaltungstherapie mit Interferon-α (MAPifn) randomisiert. Bei Patienten mit schlechtem Tumoransprechen (≥ 10% vitaler Resttumor) wird zwischen einer Therapiefortsetzung mit MAP und einer Salvage-therapie aus MAP plus Ifosfamid/Etoposid (MAPIE) randomisiert. Primärer Endpunkt ist das ereignisfreie Überleben. Principle Investigator für Deutschland ist Prof. Dr. S. Bielack.

Weitere Informationen zur EURAMOS1-Studie finden Sie hier.

Ende der Patienten-Neuaufnahme 30.06.2011:

Die bei weitem größte weltweit je durchgeführte Osteosarkomstudie, EURAMOS-1, hat ihr Rekrutierungsziel erreicht und wurde zum 30.06.2011 für die Patienten-Neuaufnahme geschlossen werden. Insgesamt wurden aus über 300 Einrichtungen in 17 Ländern über 2200 Patienten registriert, davon 520 aus Kliniken der COSS-Gruppe. COSS mit 23% nach der amerikanischen COG den zweitgrößten Anteil aller kooperierenden Gruppen zur Gesamtrekrutierung beigetragen.
Die bis zum 30.06. in EURAMOS-1 eingebrachten Patienten werden weiterhin gemäß Protokoll therapiert, randomisiert und nachverfolgt. Die Studie ist noch nicht abgeschlossen. Die Analyse des primären Endpunkts „ereignisfreies Überleben“ (EFS) ist für ca. 2013, die des sekundären Endpunktes „Gesamtüberleben“ (overall survival, OS) für ca. 2015 vorgesehen.
Patienten, die ab dem 01.07.11 wegen eines Osteosarkoms neu behandelt werden, nimmt die COSS-Studienzentrale gern in das COSS-Register auf. Für ins COSS-Register gemeldete Patienten steht die Infrastruktur der COSS-Gruppe unverändert zur konsiliarischen Beratung und Referenzbeurteilung zur Verfügung.
Das COSS-Register beinhaltet naturgemäß keine Vorgaben zur Therapie. Die COSS-Studienleitung empfiehlt aber nach Abstimmung mit ihren Partnern der European Osteosarcoma Intergroup, der Scandinavian Sarcoma Group und der Childrens‘ Oncology Group für Patienten außerhalb von Studien folgendes Vorgehen:
“The standard of care recommended by the EURAMOS-1 Trial Management Group for newly diagnosed patients with resectable osteosarcoma is MAP (methotrexate, doxorubicin, cisplatin) with no adjustment of post-operative treatment based on histological response. All emerging data from analysis of EURAMOS-1 will be disseminated to investigators. Plans for a further study, EURAMOS-2, are in development. MAP will again be the chosen standard treatment arm. In the meantime, inclusion of patients in well designed clinical trials when available is encouraged.”
Diese Empfehlung gilt auch und gerade nach kritischer Würdigung der Datenlage zu neu in die Osteosarkomtherapie eingebrachten Präparaten, inklusive solcher, für die eine Marktzulassung vorliegt. Die COSS-Studienleitung empfiehlt zudem, auch bei neu diagnostizierten Osteosarkompatienten die im EURAMOS-1 Protokoll beschriebenen Empfehlungen zu initialer und therapiebegleitender Diagnostik, zur Therapiesteuerung, zur Supportivtherapie und zur Nachsorge als Leitfaden zu nutzen.

II.II EURO-B.O.S.S.
EURO-B.O.S.S. ist eine offene, multizentrische, nicht-interventionelle Therapieoptimierungsstudie unter ausschließlicher Verwendung zugelassener Substanzen nach internationalen Konsenses über das Standardvorgehen bei Knochensarkomen älterer Patienten, mit dem Ziel epidemiologischer Untersuchungen zur Prozess- und Ergebnisqualität. Dokumentiert werden Knochensarkomfälle (Osteosarkom, Malignes fibröses Histiozytom, Leiomyosarkom, dedifferenziertes Chondrosarkom, Fibrosarkom, Angiosarkom) bei Patienten im Alter von 41-65 Jahren aus dem Einzugsbereich der beteiligten kooperativen Gruppen (COSS, SSG, ISG). Projektleiter ist Dr. S. Ferrari, Bologna.

II.III MRT-Diffusionsstudie
Osteosarkome treten vorwiegend in der 2. Lebensdekade, d.h. bei Kindern und Adoleszenten auf. Der Behandlungserfolg wird vom Ansprechen des Tumors auf die präoperative, neoadjuvante Chemotherapie wesentlich beeinflusst. Diagnostische Methode der Wahl, sowohl bei der Erstdiagnose als auch im Verlauf der Therapie, ist die Magentresonanztomopgraphie (MRT). Eine sichere Beurteilung des Tumoransprechens auf die Chemotherapie ist jedoch erst durch die histologische Untersuchung nach der operativen Tumorentfernung möglich. Ein einzelnes bildgebendes Verfahren, das eine zuverlässige Beurteilung des Therapieerfolgs während eines früheren Stadiums der Chemotherapie erlaubt, existiert derzeit nicht. Es gibt allerdings 2 MRT-Techniken, die Rückschlüsse auf therapiebedingte Gewebsveränderungen im Tumor zulassen:

1) Die dynamische Kontrastmitteluntersuchung, die bereits von der COSS-Studiengruppe für die Untersuchung von Osteosarkomen empfohlen wird.

2) Erste Untersuchungen von wenigen Patienten mit handelsüblichen, zugelassenen diffusionsgewichteten Sequenzen zeigen eine gute Übereinstimmung von MRT-Befund und histologisch ermitteltem Tumoransprechen.

Ziel der Studie ist es, die Wertigkeit der diffusionsgewichteten Sequenzen an einer größeren Patientenzahl zu überprüfen und mit der dynamischen Kontrastmitteluntersuchung sowie dem histologischen Befund zu vergleichen. Die computergestützte Aufarbeitung der diffusionsgewichteten Sequenzen, die den Vergleich mit dem histologischen Befund ermöglicht, ist für alle COSS-Teilnehmerkliniken offen. Die COSS-Studienzentrale freut sich über jede teilnehmende Klinik und berät gern bei der Umsetzung.



III. European Networking (ENCCA)

EUROPEAN NETWORK for CANCER research in CHILDREN and ADOLESCENTS

Wir freuen uns, dass wir im Rahmen von ENCCA mit der Leitung des Knochentumor-Workpackage (WP7) betraut worden sind. Primäres Ziel des WP ist die Etablierung einer Plattform für multinationale, gruppenübergreifende Knochensarkomstudien (Phase 2-4) unter Einbindung translationaler Forschungskonzepte. Dabei stehen der Aufbau einer Infrastruktur und die Vernetzung bereits bestehender multinationaler, gruppenübergreifender translationalen Knochensarkomstudien und Netzwerke wie EURAMOS, Euro-E.W.I.N.G. und EuroBoNeT im Vordergrund. Erwartete Ergebnisse sind, europaweit mehr Patienten in multinationale Knochensarkomstudien einbringen zu können, die Verbesserung der Interaktion bestehender Gruppen und Netzwerke, und Förderung der Fachkompetenz in Staaten mit aktuell noch nicht suffizienter Infrastruktur.


“ENCCA aims to establish a durable, European Virtual Institute clinical and translational research in childhood and adolescent cancers that will define and implement an integrated research strategy and will facilitate the necessary investigator-driven clinical trials to introduce the new generation of biologically targeted drugs into standard of care for children and adolescents with cancer. This will lead to more efficacious and less toxic therapies that will maximise the quality of life of the increasing number of survivors of cancer at a young age in
Europe and allow them to assume their proper place in society. This biologically research agenda will improve training of the clinical investigators and translational scientists of the future to spread excellence, increase capacity to participate in research and monitor outcomes in Europe.
ENCCA will bring all stakeholders to the table in a timely and efficacious manner. It will address the needs of all the current multinational clinical trial groups for the benefit of children with cancer. It will provide them with common tools and approaches to solve the bottlenecks in testing new therapeutic strategies for those rare diseases in a vulnerable age group and in running a competitive clinical research agenda. Ongoing efforts to coordinate EU and US clinical research will be reinforced. ENCCA will be led by the most active EU institutes in the field, recognised as a being forefront of excellence.”


Expected research areas

  • Harmonised therapy strategies, including targeted therapies, that increase cancer cure, improve quality-of-life & reduce long-term side effects
  • Clinical epidemiology that will improve early diagnosis and prognosis
  • Development/effective sharing of standardised data centres, standardised methodology, tools, technology and equipment.
  • Design and deploy effective joint training/education and referral schemes
  • Coordinate strategic efforts towards long-term sustainability, taking into account ongoing transnational partnering activities.

European Bone Sarcoma Networking Meeting 29-30.06.2011 in Leiden/NL
Um eine bessere Vernetzung von “klinischen Forschungsgruppen” und “Grundlagenforschern” und um eine bessere Integration biologischer Forschungsfragen in klinische Studien zu erreichen, gab es ein erstes Treffen (Hauptorganisatoren seitens ENCCA Workpackage 7: Stefan Bielack, Miriam Wilhelm; EuroBoNeT: Pancras Hogendoorn, Pauline de Graaf) vom 29-30. Juni 2011 in Leiden/Holland – das „European Bone Sarcoma Networking Meeting” mit Vertretern folgender Netzwerke und Gruppen: EuroSarc, ECT-EURAMOS, EuroBoNeT, Euro-E.W.I.N.G., ENCCA WP7, COSS, EOI, EORTC, ISG, SFCE, GSF-GETO und SSG.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Acknowledgement: This work is supported by the European Science Foundation under the EUROCORES Programme European Clinical Trials (ECT) – EURAMOS, through contract No. ERASCT-2003-980409 of the European Commission, DG Research, FP6. The European Science Foundation (ESF) provides a platform for its Member Organisations to advance European research and explore new directions for research at the European level. Established in 1974 as an independent non-governmental organisation, the ESF currently serves 79 Member Organisations across 30 countries.)

Nach oben