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Osteosarkom

Behandlung von Primärmetastasen

Primäre Lungenmetastasen

Patienten mit primären Lungenmetastasen (= schon zum Diagnosezeitpunkt bildgebend festgestellte Lungenmetastasen) erhalten in der Regel die gleiche Chemotherapie wie Patienten ohne manifeste Primärmetastasen. Sie werden in der Regel zum üblichen Zeitpunkt an ihrem Primärtumor operiert. Die Entfernung der Metastasen kann einige Wochen später  erfolgen. Dabei sollte  hochdosiertes Methotrexat nicht als erstes Mittel nach Thorakotomie zur Anwendung kommen.
Auch bei scheinbar einseitigem Lungenbefall, wird empfohlen, beide Lungen während der Thorakotomie zu explorieren, da operativ nicht selten mehr Herde gefunden werden als mit bildgebenden Verfahren zuvor nachweisbar waren. Der (erfahrene) Thoraxchirurg findet auch histologisch devitaliserte (= nicht mehr lebendige) kleinste Metastasen durch Palpation. Auch bei röntgenologisch vollständiger Rückbildung sämtlicher Metastasen unter der präoperativen Chemotherapie empfiehlt die COSS-Gruppe eine operative Abklärung. 


Primäre ossäre und sonstige Fernmetastasen

Bezüglich der Chemotherapie sollten die für primäre Lungenmetastasen getroffenen Empfehlungen gelten. Wenn eine kurative Therapie (= Therapie die zur Heilung des Patienten führen soll) angestrebt wird, sollten sämtliche Tumormanifestationen entfernt werden. Bei inoperablen Metastasen oder unzureichenden Resektionsgrenzen ist eine Bestrahlung zu empfehlen.


Skip-Metastasen

Patienten mit Skip-Metastasen erhalten in der Regel die gleiche Chemotherapie wie Patienten ohne Metastasen. Die Skip-Metastasen sollten unter Beachtung onkochirurgischer Radikalitätskriterien zusammen mit dem Primärtumor entfernt werden.